Schallemissionsmonitoring und verteilte Faseroptik
Budapester Straße Dresden
Schallemissionsmonitoring und verteilte Faseroptik
- Fakten
- Essay
Bauwerk:
- Bauwerkstyp:
- Straßenbrücke (Bundesstraße)
- Baujahr:
- 1963 - 1966
- Lage:
- Dresden, Sachsen
- Konstruktion:
- Spannbetonbrücke
- Abmessungen:
2 Teilbauwerke, Länge: 326 m, 10 Felder, 2 Rampen
Tätigkeiten:
- Konzeption, Planung und Installation eines Monitoringsystems bestehend aus Schallemission (SEM) und verteilter Faseroptik (DFOS)
- Messdatenerfassung und -auswertung
- Eskalationsplanung
- Bauwerksdiagnostische Untersuchungen
- Nachrechnung
Leistungszeitraum:
Seit 11.2024
Die Brücke Budapester Straße führt über das Gleisfeld des Dresdner Hauptbahnhofs, die Straßenbahn sowie die Ammonstraße (Ringstraße) und stellt eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im Dresdner Verkehrsnetz dar.
Das Bauwerk besteht aus zwei Teilbauwerken. Jedes Teilbauwerk umfasst zehn Felder mit Stützweiten zwischen 17 m und 38 m sowie eine monolithisch angeschlossene Auf- bzw. Abfahrtsrampe mit drei weiteren Feldern.
Der Querschnitt ist als Mittelträger mit beidseitig weiten Auskragungen ausgebildet. In Längsrichtung ist das Bauwerk mit Bündelspanngliedern vorgespannt, in Querrichtung schlaff bewehrt.
Die Brücke Budapester Straße wurde mit spannungsrisskorrosionsgefährdetem Spannstahl errichtet.
Zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit wurde ein Monitoringsystem zur Detektion und Lokalisierung möglicher Drahtbrüche sowie zur Erfassung von Rissentstehungen und Rissveränderungen installiert. Hierzu wurden 122 Schallemissionssensoren sowie 850 m faseroptische Sensoren am Bauwerk angebracht. Anhand der gewonnenen Daten kann das Schädigungsverhalten überwacht und bewertet werden, sodass im Ereignisfall umgehend Maßnahmen ergriffen werden können.
Mit dem Ziel der Bewertung der Tragfähigkeitsreserven und dem Erhalt der Brücke erfolgt derzeit eine Nachrechnung und Bewertung des Bauwerks. Begleitend werden diagnostische Untersuchungen am Beton und am Spannstahl durchgeführt, um die bauwerksspezifischen Materialeigenschaften in der Nachrechnung berücksichtigen zu können. Anfang 2026 wurden hierfür erste Proben entnommen.