UNSTRUTTALBRÜCKE

Die Unstruttalbrücke, die längste semi-integrale Talbrücke der DBAG, beeindruckt sowohl durch ihre Größe als auch durch ihre schlanke Ausführung

Tragwerk

Das Tragwerk der Unstruttalbrücke besteht aus vier aneinander gereihten fugen- und lagerlosen 10-Feldträgern von je 580 m Länge, die rahmenartig mit den Pfeilern und dem Bogen verbunden sind. In Systemmitte sind die einzelnen Durchlaufträger mit je einem sprengwerkartigen Stahlbetonbogen mit einer Spannweite von 108 m verschmolzen, die der Abtragung der Brems- und Anfahrkräfte dienen. In den Randbereichen wird das Bauwerk durch Dreifeldträger ergänzt, die an den Widerlagern horizontal unverschieblich gelagert sind. Die Regelstützweite der Überbauten beträgt 58 m.

Pfeilerausbildung

Die für das Bauwerk erforderlichen 41 Pfeiler werden als schlanke Pfeilerscheiben ausgebildet, welche den Fahrbahnträger in Querrichtung wirkungsvoll aussteifen und gleichzeitig eine ausreichende Nachgiebigkeit in Brückenlängsrichtung zur Aufnahme von Zwangsverformungen besitzen. Eine Besonderheit stellen die sogenannten Trennpfeiler dar, die als zwei 0,60 m schlanke und 26 m hohe Stahlbetonscheiben jeweils die Enden der Durchlaufträger unterstützen. Getrennt durch eine Bauwerksfuge von 0,40 m nehmen diese Scheiben die Zwangsverformungen des Überbaus aus Temperatur, Kriechen und Schwinden sowie aus der Vorspannung auf.

Durchführung Monitoring:

Aufgrund der von der Rahmenplanung abweichenden integralen Bauweise hat das Eisenbahnbundesamt eine messtechnische Überwachung sowie die zugehörige Auswertung gefordert.

Durch Langzeitmessungen werden an der Unstruttalbrücke insbesondere die monolithischen Anschlussbereiche der schlanken Pfeilerscheiben an den Überbau überwacht. Die im Bauwerksmonitoring ermittelten Daten werden anschließend mit den statisch angesetzten Werten verglichen und bewertet.

Im Rahmen der Hochtastfahrten erfolgen auf der Unstruttalbrücke dynamische Kurzzeitmessungen zur Ermittlung der Eigenfrequenzen, Eigenformen sowie der zugehörigen Dämpfungen.

Breite: 
13,0 m
Höhe: 
50,0 m
Länge: 
2.668,0 m

Konstruktion:
semi-integrale Talbrücke, Spannbeton, zweigleisig

Größte Stützweite Überbau:
58,0 m

Größte Stützweite Bogen:
108,0 m

Lage:
Neubaustrecke Erfurt – Leipzig/Halle Strecke 5919 km 246,0-248,7 bei Wetzendorf/Wennungen

Tätigkeiten – Marx Kronal:

  • Planung Entwurf, Genehmigung und Ausschreibung (2006 - 2007) bei der DB ProjektBau GmbH
  • Entwicklung und Umsetzung des Monitoringkonzeptes Auswertung der Messungen und Bewertung der Ergebnisse

Abschluss Monitoring:
2016

Veröffentlichungen:
Innovative Großbrücken im Eisenbahn- Hochgeschwindigkeitsverkehr am Beispiel der Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle, Beton- und Stahlbetonbau 104 (2009), Heft 11

Preise:
Innovationspreis der DB ProjektBau GmbH