SAALE-ELSTER-TALBRÜCKE

Bauwerksmonitoring an der längsten Eisenbahnbrücke Deutschlands.

Ausgangssituation:

Im Zuge der Neubaustrecke VDE 8.2 NBS Erfurt - Leipzig/Halle wird südlich von Halle (Saale) das derzeit längste Brückenbauwerk Deutschlands gebaut - die Saale-Elster-Talbrücke. Die insgesamt 8,6 km lange Brücke besteht aus 217 Pfeilern und ist als Spannbetonbrücke ausgeführt. Im Regelbereich besteht die Brücke aus einer Aneinanderreihung von Zweifeldträgern mit einer Stützweite von 44 m und einer Konstruktionshöhe von 4,0 m. Größere Stützweiten werden durch Dreifeldträger überspannt. Die Hauptbrücke verbreitert sich im Bereich des 7-Feldträgers (großer Aufweitungsbereich) von zwei auf vier Gleise. Die zwei eingleisigen Brückenzüge verschmelzen wieder und bilden im Norden den Abzweig nach Halle. Im Bereich der Kreuzung Abzweig nach Halle und der NBS wird die Hauptstrecke 5919 mit einer Stabbogenbrücke über den südlichen Abzweig nach Halle überführt.

Um die hohen Anforderungen an das Tragwerk im Hochgeschwindigkeitsverkehr sicherzustellen und die Beanspruchungen im Oberbau prüfen zu können, wird eine messtechnische Überwachung seitens des Eisenbahnbundesamtes gefordert. Schwerpunktmäßig werden dabei die Bauwerksverformungen, die Endtangentendrehwinkel, der Lateralversatz sowie die Schienenspannungen gemessen.

Zielsetzung:

Ziel des Bauwerksmonitorings ist die Erfassung der Bauwerks- bzw. Bauteilverformung an ausgewählten Bereichen der Brücke. Im Wesentlichen werden an folgenden Bereichen messtechnische Überwachungen durchgeführt:

  1. Bauwerksverhalten an Trennfugen
  2. Einhaltung der Anforderungen für die Feste Fahrbahn
  3. Beanspruchungen in der Schiene
  4. Ausgleichsplatten
  5. Langzeitreaktionen des Tragwerkes

Diese Daten werden über einen sehr langen Zeitraum erfasst, übertragen, gespeichert und ausgewertet.

Umsetzung:

Um die Einflüsse aus den klimatischen Umgebungsbedingungen auf das Tragwerk von den sonstigen Einflüssen zu separieren und erkennen zu können, werden die Überbautemperatur und die klimatischen Umgebungsbedingungen über Temperatursensoren in verschiedenen Bauwerksschnitten gemessen.

Für die Verformungsmessungen am Bauwerk kommen verschiedene Messsysteme wie z.B. elektronische Schlauchwaage, Induktive Wegaufnehmer, Inklinometer, Laserdistanzmessungen zum Einsatz.

Im Gleis sind neben Dehnungsmesstreifen an den Schienen zahlreiche Sensoren zur Verformungs- und Temperaturmessung des Oberbaus vorgesehen.

Die messtechnischen Untersuchungen umfassen sowohl Langzeit- als auch dynamische Kurzzeitmessungen. Für die Auswertung der dynamischen Kurzzeitmessungen werden zudem die überfahrenden Zugkonfigurationen erfasst und gespeichert. Die Datenaufbereitung und Auswertung erfolgt zu definierten Zeitpunkten für definierte Zeiträume bis ein Jahr nach Inbetriebnahme der Strecke.

Die messtechnisch gewonnenen Daten werden aufbereitet und mit den in der statischen Berechnung angesetzten Werten verglichen.

Breite: 
13,9 m
Höhe: 
21,0 m
Länge: 
8.614,0 m

Konstruktion:
Spannbetonhohlkasten DLT

Lage:
bei Halle (Saale) auf der Strecke 5919 Erfurt – Leipzig/Halle (Saale) in km 272,293

Regelstützweiten:
44,00 m

Stützweite Stabbogenbrücke:
110 m

Tätigkeiten – Marx Krontal:

  • Entwicklung und Umsetzung des Monitoringkonzeptes
  • Auswertung und Bewertung der Messergebnisse

Abschluss Monitoring:
2016