GÄNSEBACHTALBRÜCKE

Innovatives Bauen und innovative Messtechnik

Ausgangssituation:

Die Gänsebachtalbrücke ist eine von wenigen Eisenbahnbrücken, bei der die integrale Bauweise für den Hochgeschwindigkeitsverkehr erstmalig eingesetzt wird. Sie ist eine integrale Spannbetonbrücke mit einem zweistegigen Plattenbalken der ohne Lager und Fugen mit den runden Stahlbetonstützen monolithisch verbunden ist.

Diese Bauweise stellt besonders hohe Anforderungen an die Planung und Ausführung des Bauwerkes. Da für die integralen Bauwerke noch nicht ausreichende Langzeiterkenntnisse vorliegen, wurde für die Gänsebachtalbrücke vom Eisenbahnbundesamt eine messtechnische Überwachung des Tragwerkes und des Oberbaus gefordert.

Das Bauwerk wird trotz seiner Länge von 1001 m und einem Blockfugenabstand von 112 m ohne Schienenauszüge ausgeführt. Die zusätzlichen Schienenspannungen aus den Bauwerksreaktionen liegen im Grenzbereich und sind deshalb über ein Dauermonitoring an den Schienen messtechnisch zu erfassen und zu bewerten.

Ziele:

Ziel der messtechnischen Untersuchung ist die Erfassung der Bauwerks- und Bauteilverformung an repräsentativen Bereichen der Gänsebachtalbrücke. Zum einen werden die Langzeiteinflüsse aus Temperatur, Kriechen und Schwinden über verschiedene Messsysteme erfasst. Für die Inbetriebnahmephase sind zusätzlich dynamische Kurzzeitmessungen am Bauwerk und dem Oberbau vorgesehen, um ebenfalls die Einflüsse aus Zugüberfahrten erfassen und bewerten zu können.

Ergebnisse:

An der Gänsebachtalbrücke werden Messungen bereits seit der Bauphase durchgeführt. Diese Messungen werden für die Gesamtbewertung der Bauwerksverformungen z.B. aus Kriechen und Schwinden mit herangezogen.

Darüber hinaus wurden dynamische Messungen durchgeführt, um die Eigenfrequenzen, Eigenformen und die zugehörigen Dämpfungen in verschiedenen Bauzuständen zu ermitteln. Damit werden die Einflüsse der einzelnen Komponenten des Oberbaus auf das Tragverhalten der Brückenkonstruktion erfasst und mit den statisch angesetzten Werten verglichen.

Breite: 
13,8 m
Höhe: 
20,0 m
Länge: 
1.001,0 m

Konstruktion:
Integrale Talbrücke

Lage:
bei Buttstädt auf der Strecke 5919 Erfurt – Leipzig/Halle (Saale) in km 223,394

Länge der Abschnitte:
52,5m – 8 x 112m – 52,5m

Tätigkeiten – Marx Krontal:
Entwicklung und Umsetzung des Monitoringkonzeptes Auswertung der Messungen und Bewertung der Ergebnisse

Abschluss Monitoring:
2016